Drittes Gleis und Vierte Kante: Elmshorns Bürgermeister und SPD-Abgeordnete machen Druck

Beim digitalen Jahresgespräch mit Volker Hatje nehmen Landtagsabgeordnete Beate Raudies und Bundestagsabgeordneter Stegner die Bahn in die Pflicht. Noch bevor das Jahrestreffen, das Pandemie-bedingt diesmal als Video-Schalte stattfand, richtig losging, hatten Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje, Beate Raudies als örtliche Landtagsabgeordnete und der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner in einer Frage schon Einigkeit hergestellt. „Die Bahnhofsmission in Elmshorn leistet richtig gute Arbeit!“, betonte Stegner, während Hatje hervorhob: „Das sind wirklich stille Helden des Alltags“ und Raudies feststellte „und sie machen ihren wichtigen Job genau an der richtigen Stelle.“

Ralf Stegner
Bild: Photothek

Ausgangspunkt: ein gemeinsamer Vor-Ort-Termin, an den die Gesprächsteilnehmer sich jetzt erinnerten. Der Bahnhof spielte indes auch in den weiteren Erörterungen eine wichtige Rolle. Umbau und Umfeldplanungen und die Perspektiven für die versprochene vierte Bahnsteigkante und das geplante dritte und das geforderte vierte Gleis standen dabei im Mittelpunkt – mit deutlichen Forderungen an den Bahn-Konzern.

„Die Bahn muss sich zeitnah melden“, formulierte Bürgermeister Hatje seine Erwartung bezüglich Bahnhofsgestaltung und Vierter Kante noch ausgesprochen höflich, während Raudies mit einer ebenso knappen wie klaren Ansage aufwartete: „Es muss jetzt flott losgehen!“ Gemeint sind konkrete Pläne und Maßnahmen an Gleisen und Bahnhof und zeitnah auch die Realisierung der vom Land geplanten S4 West zwischen Hamburg und Elmshorn mit einem neuen dritten Gleis. Gemeinsame Hoffnung: Der neue Fern- und Regional-Bahnhof Hamburg-Diebsteich soll 2027 fertig sein. „Deswegen müssen auch die Maßnahmen in Elmshorn bis dahin abgeschlossen sein“, machte Hatje deutlich. Auch für die Stadtpolitik ist die Sache indessen eine Herausforderung, wie SPD-Ortsfraktionschef Arne Klaus erklärte „In der Diskussion ist unter anderem eine mögliche Verlagerung des Hauptzugangs zu den Bahnsteigen in Richtung Buttermarkt und damit an das Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen heran. Das würde in der Stadtentwicklung interessante Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen schaffen.“ Unabhängig von der Variante wird durch die Verlängerung der Bahnsteige Richtung Süden in Kombination mit einer Unterführung endlich eine echte Anbindung des Sanierungsgebiets an den Steindammpark möglich. 

Die schnelle Umsetzung von Bahnhofsumbau und Schienenprojekten sei nicht zuletzt auch im Sinne von Mobilitätswende und Klimaschutz, betonte Hatje und leitete damit gekonnt auf das zweite Schwerpunktthema der Runde über. „Im Kollegium stehen Klimaschutz- und Mobilitätsprogramm in diesem Jahr zum Beschluss an“, berichtete der Bürgermeister. Insbesondere bei Stadt- und Wohnbauplanung will man künftig noch mehr auf ökologische Standards und Aspekte wie Hochwasserschutz und Mikroklima achten. Auch auf ihren Status als „Fair-Trade-Stadt“ sind die Elmshorner stolz, wie SPD-Ortsfraktionschef Arne Klaus deutlich machte: „Dazu passt übrigens auch, dass wir eine Förderstelle für nachhaltiges Beschaffungswesen bekommen.“ Wie an vielen Stellen hat die Verwaltung hierfür Fördermittel akquiriert. O-Ton Hatje: „Wir sind bekannt dafür, dass wir sehr oft zu den Ersten gehören, wenn es neue Fördermöglichkeiten gibt.“ Insbesondere bei den Schulen ist dies so, wie der Verwaltungschef berichtete. „Alle Grundschulen werden jetzt modernisiert und bei jedem Förderprogramm waren wir dabei.“ Fast hätte es auch mit einem Zuschuss aus dem Ganztagsprogramm des Bundes für die Maßnahme an der Friedrich-Ebert-Grundschule geklappt. „Aber wir waren zu schnell: Wir haben sehr vorausschauend geplant, und da wir den Anbau beschlossen haben, bevor das Förderprogramm gestartet ist, kommen wir hier leider nicht mehr zum Zuge“, ärgerte sich Hatje, der das Geld im Haushalt sehr gut brauchen könnte. Dass es Beate Raudies und ihren Kolleginnen und Kollegen von der SPD im Landtag gelungen ist, aus der Opposition heraus ein 120-Millionen-Euro Programm für den Schulbau durchzusetzen, freut den Elmshorner Verwaltungschef sehr: „Die Kommunen brauchen diese Mittel dringend!“

Dass auch Berlin die Schulen weiter fördern wird, machte MdB Stegner deutlich. „Der Bund will gemeinsam mit den Ländern die Bildungsausgaben deutlich steigern und dabei insbesondere mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich weiter unterstützen. Dazu gehört auch die dauerhafte Beteiligung des Bundes an den Kosten der Ganztagsbetreuung.“ Außerdem stehe eine Fortsetzung des Engagements bei der Schul-Digitalisierung im Koalitionsvertrag. „Der Digitalpakt 2 soll dabei auch die nachhaltige Neuanschaffung von Hardware, den Austausch veralteter Technik sowie die Gerätewartung und Administration umfassen“, berichtete der Bundestagsabgeordnete. Und für ihn als Sozialdemokraten besonders wichtig: „Die digitale Lernmittelfreiheit für bedürftige Schülerinnen und Schüler soll weiter gefördert werden.“

Noch einmal um Stadtplanung ging es schließlich unter der Überschrift „Innenstadt und Rathaus“. „Hier tut sich jetzt eine ganze Menge“, berichtete Fraktionschef Klaus. „Sichtbar wird das zunächst mit dem Abriss des alten Postgebäudes und danach auf der Sky-Fläche werden.“ Auch der Bürgermeister ist hoffnungsvoll: „Wenn alles gut läuft kann noch in diesem Jahr mit der nötigen Straßenverlegung begonnen werden, auf die dann der Rathausneubau folgen kann.“  Das alles sei für Verwaltung wie für Stadtpolitik allerdings eine Riesen-Herausforderung, betont der Bürgermeister: „Wir sprechen von der größten Stadtumbauverfahren in ganz Schleswig-Holstein – und das bei Personalmangel.“

Die Entwicklungen in Innenstadt und Bahnhofsbereich wollen sich die Teilnehmer der Bürgermeisterrunde im Frühjahr noch einmal direkt beim Vor-Ort-Besuch ansehen. „Elmshorn ist eine sich aktuell schnell, aber geplant entwickelnde Stadt, in der schon wenige Monate sichtbare Änderungen mit sich bringen“, resümierte MdB Stegner. „Auf den verabredeten Stadt-Spaziergang freue ich mich schon jetzt.“

 

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