Herzlich willkommen auf den Seiten von Ralf Stegner - Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein
Hochschulen mit guter Lehre und Forschung – Exzellenz in Schleswig-Holstein
Deutschland braucht mehr Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen. Wir brauchen viele kluge Köpfe mit gesellschaftlicher Verantwortung, um Wirtschaft und Gesellschaft weiter zu entwickeln und konkurrenzfähig zu sein: kulturell, in Forschung und Technik, bei Arbeitsinnovation und bei der Durchsetzung nachhaltigen Wirtschaftens. Wir wollen zusammen mit dem Bund bis 2015 insgesamt 275.000 zusätzliche Studienanfängerplätze schaffen, davon in Schleswig-Holstein rund 7.700.
Wer studieren kann und will, darf nicht aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen davon abgehalten werden.
Wir halten die Hochschulen offen!
Deswegen halten wir daran unbedingt fest: Das Erststudium unter Einschluss eines Masterstudienganges muss gebührenfrei bleiben!
Nur die SPD garantiert dies verlässlich.
Wir werden uns im Bundesrat dafür einsetzen, dass der Bund die BAföG-Förderung auch künftig regelmäßig anpasst. In Schleswig-Holstein setzen wir uns für ein landesweites Semesterticket ein.
Mit einem Fünftel aller Studierenden gibt es gibt immer noch zu viele Studienabbrüche. Wir werden die Hochschulen darin unterstützen, ihre Beratungsangebote auszubauen. Mehr Betreuungsangebote und die Möglichkeit zum Teilzeitstudium sollen Studium und Familie besser vereinbar machen. Gleichzeitig soll dadurch die Möglichkeit entstehen, das Studium durch einen Job zu finanzieren oder sich in Ehrenämtern zu engagieren.
Wir wollen die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung, Berufstätigkeit und Hochschulstudium deutlich erhöhen. Vier Prozent Hochschulzugänge aufgrund beruflicher Qualifizierung sind für uns deutlich zu wenig. Wer sich im Beruf qualifiziert hat, soll die Möglichkeit zum Studium erhalten. Duale und triale Studiengänge in Kooperation mit der Wirtschaft und den beruflichen Schulen wollen wir ausbauen.
Wer aus seinem Beruf nicht aussteigen kann, um ein Hochschulstudium nachzuholen, muss die Möglichkeit haben, in dafür geeigneten Fachrichtungen ein Teilzeitstudium zu absolvieren.
Nachgewiesene Kompetenzen in der Ausbildung, im Beruf und der Weiterbildung müssen besser auf die erforderlichen Studienleistungen angerechnet werden.
Die Föderalismusreform darf nicht zu einem finanziellen Wettlauf zwischen reicheren und ärmeren Bundesländern führen. Wir wollen mehr Kooperation zwischen Bund und Ländern in der Hochschulpolitik und auch zwischen den norddeutschen Ländern.
Wir stärken die Hochschulstrukturen in Schleswig-Holstein!
Trotz der schwierigen Haushaltslage wollen wir unseren 11 öffentlichen Hochschulen in Schleswig-Holstein auch künftig Planungssicherheit geben, indem wir die Tariferhöhungen ausgleichen und ihnen einen Innovationsfonds zur Verfügung stellen. Auch die privaten Hochschulen wollen wir fair behandeln.
Die Hochschulstrukturen müssen sich so weiterentwickeln, dass die zur Verfügung stehenden Mittel so effektiv wie möglich eingesetzt werden. Jeder heutige Hochschulstandort wird es auch künftig bleiben. Profilbildung und Abstimmung von Studienangeboten der einzelnen Hochschulen in Schleswig-Holstein sowie eine engere Kooperation wollen wir fortsetzen, auch mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Unsere Hochschulen sollen sich im Spannungsfeld zwischen Hochschulautonomie und gesellschaftlicher Verantwortung weiterentwickeln. Wir wollen deshalb den jetzigen Universitätsrat zu einem Landeshochschulrat als Beratungsgremium für die Hochschulen und die politisch Verantwortlichen umwandeln. Demokratie und Effizienz sind kein Widerspruch. Wir wollen die Entscheidungskompetenzen der Senate wieder stärken. Die Rechte der verfassten Studierendenschaft und der Personalvertretungen stehen nicht zur Disposition.
In Meeresforschung, Medizintechnik und anderen Disziplinen sind unsere Hochschulen und neun außeruniversitären Forschungseinrichtungen nicht nur deutschlandweit Spitze. Wir wollen die Universitäten in Kiel und Lübeck im Wettbewerb um die Exzellenzprogramme unterstützen. Wir sind ausdrücklich offen für gemeinsame Bewerbungen mit Hochschulen in anderen Bundesländern, bis hin zu der Perspektive einer gemeinsamen Spitzenuniversität. Die CAU soll eine Hochschule mit breit gefächertem Studienangebot bleiben.
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein ist der größte Arbeitgeber im Land, der größte Träger der medizinischen Maximalversorgung in Norddeutschland und das zweitgrößte Universitätsklinikum in ganz Deutschland. Es ist ein zentraler Eckpfeiler der qualifizierten Medizinerausbildung in Schleswig-Holstein. Wir halten am UKSH in öffentlicher Trägerschaft fest. Wir wollen den Investitionsstau abbauen und die Zusammenarbeit zwischen Kiel und Lübeck festigen.
Der Hochschulstandort Flensburg braucht langfristige Planungssicherheit. Auch zukünftig wird die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung ein zentrales Standbein bleiben, damit Schleswig-Holstein seinen Beitrag für den Ersatzbedarf von fast 300.000 neuen Lehrkräften bis 2015 leisten kann. Wir bekennen uns zum Erhalt einer eigenständigen Universität Flensburg, die die sich in der deutsch-dänischen Grenzregion bietenden Chancen nutzen und gemeinsam mit der Süddänischen Universität umsetzen kann. Wir werden dafür mit der Hochschule und externen Experten einen Masterplan „Wissenschaftsstandort Flensburg“ erarbeiten und umsetzen.
Wir wollen Forschung und Lehre für die Zukunft!
Hochschulen haben für uns mehr Aufgaben als die akademische Berufsausbildung und die Forschung. Sie müssen Menschen immer auch zum Reflektieren der Bedingungen ihres Handelns befähigen. Die moderne Wissensgesellschaft lebt von Menschen, die über soziale und interkulturelle Kompetenzen, kritische Urteilsfähigkeit, die Fähigkeit zum schöpferischen Gestalten und das Verständnis für fach- und disziplinübergreifende Zusammenhänge verfügen. Wir wollen Hochschulbildung mit Qualität und guter Lehre für alle.
Die gute Qualität der Lehre wollen wir deshalb noch stärker in den Zielvereinbarungen mit den Hochschulen verankern, mit einer hohen didaktischen Kompetenz der Lehrenden und einer ständigen hochschuldidaktischen Fortbildung.
Wir wollen auf dem Weg über Kooperationen zwischen Fachhochschulen und Universitäten die Möglichkeiten zur Promotion für Fachhochschul-Studierende verbessern.
Die Lehrdeputate für Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen wollen wir schrittweise an die Deputate der Universitäten annähern. Damit sollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Fachhochschulen mehr Möglichkeiten zur Organisation des Technologietransfers und für Forschung und Entwicklung erhalten. Dies gibt der Wirtschaft Impulse und wird sich positiv auf die regio-nalen Arbeitsmärkte auswirken.
Auch an den Hochschulen muss das Prinzip des Gender Mainstreaming umgesetzt werden; wir wollen mit konkreten Zielvereinbarungen erreichen, dass der Anteil der Frauen unter den Hochschullehrenden deutlich steigt.
Wir wollen den Nachwuchs in Forschung und Lehre stärken und fördern, auch durch Graduiertenkollegs und Promotionsstudiengänge; wir werden deshalb die Juniorprofessur ausweiten.
Wir nehmen die Proteste der Studierenden gegen rigide Kurzzeitstudien auf: Die Neuorganisation des Studiums durch die Abschlüsse Bachelor und Master, der so genannte Bologna-Prozess, muss überdacht und die Studiengänge wieder offener gestaltet werden. Wir wollen hier nachsteuern, durch mehr Anrechnungsmög-lichkeiten erbrachter Leistungen, neue Chancen für Auslandssemester und Bachelor-Studiengänge mit mehr als sechs Semestern. Des Weiteren muss ermöglicht werden, dass jeder BA-Absolvent einen entsprechenden MA-Studiengang besuchen kann.
Unsere Hochschulen brauchen noch mehr Internationalität: Wir wollen, dass Aus-länderinnen und Ausländer bei uns studieren und lehren und wir wollen, dass möglichst viele deutsche Studierende einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren. Wir werben für mehr ausländische Gastforscherinnen und Gastforscher, weil Schleswig-Holstein hier mit gerade 8% einen besonders niedrigen An-teil in Deutschland hat.
Schleswig-Holstein hat erfolgreiche und hochangesehene Forschungsinstitute, die durch den Bund und das Land gemeinsam finanziert werden. Wir wollen diese Kooperationen ausbauen, von der Nordischen Archäologie in Schleswig über die Marine Biotechnologie in Lübeck bis hin zum Institut für Meereskunde in Kiel, das Deutsches Meeresforschungszentrum werden muss.
Die internationale und europäische Friedens- und Konfliktforschung muss in Schleswig-Holstein wieder gestärkt werden.
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Regierungsprogramm 2009-2014: "Das neue Jahrzehnt - Zukunft für Schleswig-Holstein"
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